Studienfahrt – Pechbrunnen und Geothermie

exbAnkunft im Geothermie Kraftwerk

An Fronleichnam, dem 7 Juni 12, veranstaltete der Vorstand der FWG – Freien Wähler Gemeinschaft der Verbandsgemeinde Deidesheim eine Studienfahrt ins benachbarte Elsaß.

Um 09:00 Uhr konnten die beiden Organisatoren der Veranstaltung, die FWG-Vorsitzende der VG-Deidesheim, Frau Martina Dopp und der Pressewart der FWG-VG-Deidesheim, Herr Rudolf Hoffmann, 30 Interessenten zu dieser Veranstaltung begrüßen.

Besichtigungen und Themenschwerpunkte  des Tages galten  speziell vor dem Hintergrund der „Energiewende“ der ALTEN und NEUEN Energie - Geothermie und Erdölwirtschaft.

Beides konnte nach einstündiger Busfahrt nicht weit entfernt vom französischen Grenzstädtchen  Wissembourg in Soultz-sous-Forets und in Pechelbronn sehr anschaulich besichtigt werden.

Eine der ganz großen Zukunftsaufgaben der Menschheit ist die umweltfreundliche Gewinnung bzw. Bereitstellung von ausreichender und bezahlbarer NEUER Energie für alle Menschen. Wer diese Aufgabe löst, hat das „Gold der Zukunft“ in seinen Händen. Geothermie oder Erdwärme – zwei Worte für ein und dieselbe Sache – nimmt unter den Erneuerbaren Energieträgern eine besondere Rolle ein.

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Die Geothermie ist die im zugänglichen Teil der Erdkruste gespeicherte Wärme. Sie umfasst die in der Erde gespeicherte Energie, soweit sie entzogen und genutzt werden kann. Mit der Nutzung der Geothermie ist ein ebenso spannendes wie vielfältiges Kapitel der Energieversorgung aufgeschlagen worden. Die Geothermie ist global gesehen eine langfristig nutzbare Energiequelle. Mit den Vorräten, die in den oberen drei Kilometern der Erdkruste gespeichert sind, könnte im Prinzip, rechnerisch und theoretisch der derzeitige weltweite Energiebedarf für über 100.000 Jahre gedeckt werden. Technisch könnte die Geothermie dabei ca. die Hälfte unseres Strombedarfs decken. Allerdings ist bis heute nur ein kleiner Teil dieser Energie technisch nutzbar und wird z.Z. recht kontrovers speziell im Raum Landau und Speyer diskutiert.

Im Deutsch-Französischen PILOT-Kraftwerk für Geothermie (EXPLOITATION MINIERE DE LA CHALEUR) in Soultz-sous-Forêts, das  bereits Strom erzeugt (1,5 MW), konnten sich die Teilnehmer der FWG-Studienreise nach einer sehr interessanten und anschaulichen Führung durch Herrn Dipl. Ing. Melchert ein eigenes Urteil zum Stand der Dinge und zum Thema machen.

 

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Anschauliche Schautafeln und ausgezeichnete Führung,
erklärte und verdeutlichte das Prinzip der Erdwärme Nutzung.

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Nach der Mittagspause im Restaurant L´Etoile, das mit hervorragender Elsässer Küche aufwarten konnte, empfing die Teilnehmer Herr Jost vom lokalen Musée Français du Pétrole. Als Chemiker und einer der letzten leitenden Angestellten der Pechelbronner Petrolwirtschaft war er ein kenntnisreicher und sympathischer Führer und Zeitzeuge durch die ERDÖL-Geschichte Pechelbronns.

exg „Goldgräber“ und Geologen förderten seit 1745 im nördlichen Elsass bei Pechelbronn das „Schwarze Gold“ aus den „Pechelbronner Schichten“. Hauptsächlich in tieferen Schichten, teilweise aber auch oberflächennah, fand und finden sich die aktuell am wichtigsten, allerdings sehr begrenzten ALTEN Energieträger Erdöl, Asphalt und Ölsande.
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Lebhaft erläuterte Herr Jost die Geschichte seiner ehemaligen Arbeitsstelle. Beeindruckend für alle, die Stelle des weltweit ersten Öl-Bohrturmes aus dem Jahr 1813.  
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Vor fünfzig Jahren noch öde Industrielandschaft hat sich die Natur alles zurück geholt.

Ein "Dschungelpfad" führt zum ursprünglichen Pechelbronn

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Die Vorkommen in Merkwiller-Pechelbronn sind seit 1498 belegt und gehören weltweit zu den ersten, die ausgebeutet wurden. Der Name Pechelbronn bedeutet „Pechbrunnen“ und weist auf das aus der Erde hervortretende Öl hin. Nach dieser ältesten Erdölquelle werden die Vorkommen im Oberrheingraben als Pechelbronner Schichten bezeichnet. Bis in die 60iger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde in Pechelbronn Erdöl und Asphalt gefördert. Heute sind diese lokalen Lagerstätten erschöpft und mahnen daran, dass auch die weltweiten Reserven endlich sind. Reserven, die nach Hochrechnungen nur noch für 30-50 Jahre reichen und als Grundlage der gesamten Petrochemie eigentlich viel zu kostbar sind um einfach nur „verfeuert“ zu werden.

 

    Keine Umweltsünde sondern offen zu
    Tage tretendes Erdöl.
    Belegt ist die Erdpechqelle seit 1498

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Eine Förderanlage wie sie in ähnlicher Form heute noch in Bertrieb sind.

Im Musée du pétrole in Merkwiller Pechelbronn findet man liebevoll zusammengestellt vieles aus der Jahrhunderte alten Geschichte der Erdölgewinnung.

 

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Die Karre des "Karichschmiermann" der mit Wagenschmiere handelte.
Das Holzfass "Baril" genannt fasste 159 Liter. Auch heute noch ist dies die Maßeinheit im internationalen Erdölhandel.
Gut gelaunt und mit vielen Neuen Erkenntnissen verabschiedete sich die FWG-Gruppe am späten Nachmittag und erreichte gegen 18:00 Uhr wieder das heimatliche Deidesheim. exm
         
         

 

 

 

 

 

 

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